Laufzeit: 01.07.2010 - 31.07.2011
Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen (BQU) können wirkungsvolle Beiträge zur Gestaltung sozialer Umweltpolitik, zur Umsetzung nachhaltigkeitsfördernder Arbeitsangebote und zu öko-sozialen Innovationen leisten.
Die Projektpartner bag arbeit e.V. und Verbund Kölner Möbellager e.V. hatten sich – im Rahmen der Aktivitäten der Fachgruppe Arbeit und Umwelt der bag arbeit – die Aufgabe gestellt, in zwei Projektphasen (September 2009 – März 2010; Juli 2010 – Juli 2011) einen Ansatz für die bessere Integration der Themen Umwelt- und Klimaschutz zunächst in den Mitgliedsunternehmen der Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeit e.V. mit dort mehr als 100.000 einbezogenen Teilnehmer/innen zu schaffen. Potenziale wurden vor allem in der Betrachtung der in BQU bereits vorhandenen Ansätze sowie von potenziell geeigneten bzw. kompatiblen Ansätzen außerhalb von BQU in privatwirtschaftlichen Unternehmen, Verbandsinstitutionen, Wissenschaft und interessanten Projektvorhaben gesehen.
Die Kernaufgabe von BQU besteht darin, vorwiegend langzeitarbeitslosen Menschen durch Integration in Arbeitsprozesse (Training on the Job, arbeitsprozessbegleitende Qualifizierung) eine neue Perspektive zu geben, etwa sie zu eigenverantwortlichem Handeln zu motivieren, sie zu qualifizieren und auszubilden bzw. ihnen den Übergang in eine langfristige Tätigkeit z.B. im allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Sowohl auf unternehmerischer als auf verbandlicher Ebene stellten umweltschutzbezogene Inhalte von Anfang an wichtige Arbeitsbereiche dar (Bsp. Recycling und Wiederverwendung, Verbandsfachgruppe Arbeit und Umwelt).
Eine wichtige Aufgabe besteht für die bag arbeit darin, Qualifizierungen, Ausbildungen und (zukunftsfähige) Trainingsmodule zusammen mit den Mitgliedsunternehmen zu entwickeln und fortzuschreiben. Tätigkeitsbereiche in den Umwelt- und Klimaschutzbranchen entsprechen dieser Zielstellung im besonderen Maße. Ein Teil des zurzeit zunehmend problematisierten Fachkräftemangels wird sich gerade in diesen wachsenden Branchen bemerkbar machen. BQU können hier eine notwendige Schnittstelle besetzen, indem sie Potenziale, die langzeitarbeitslose Personen mitbringen, systematisch erschließen und in unterschiedlicher Weise für die einschlägigen Branchen nutzbar machen.
Aus der ersten Phase des Projektes, das vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert wird, existiert eine umfangreiche Daten- und Informationsgrundlage aus einer entsprechenden Online-Umfrage unter BQU sowie aus Interviews mit Experten aus einschlägigen Verbänden und Projekten, um darauf aufbauend die weiteren Projektziele umzusetzen. Hier wird u.a. das weit reichende Spektrum dessen, was in BQU an Arbeitsbereichen bereits vorhanden ist, deutlich. Von der Pflege öffentlicher Anlagen und Landschaft über die weit verbreiteten Bereiche des Recyclings und der Wiederverwendung bis hin zur Montage und Pflege von Fotovoltaikanlagen.
In der zweiten UKA-Projektphase sollten vor allem die Einbeziehung von Expertenwissen im Rahmen eines Expertenkreises zu konkreten Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten führen. Die Arbeit mit dem Expertenkreis mündete in eine Ausarbeitung von „good practice“- Modellen in Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen mit Hinweisen zur Schaffung der Rahmenbedingungen und Transferfähigkeit. Darüber hinaus entstand ein Leitfaden „Umwelt- und Klimaschutz im Rahmen von Beschäftigungsförderung und Qualifizierung“ , in dem Geschäftsfelder und Dienstleistungen für BQU im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sowie innovative Qualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten/Ansätze vorgestellt werden. Bei der Bildung eines Expertenkreises „Qualifizierungsangebote im Umwelt- und Klimaschutzbereich“ wurden Vertreter aus Kommunen, Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft, Ministerien/Behörden eingebunden.
























