KES

Laufzeit: 01.01.2005 - 31.07.2007

Mit dem Projekt „Integrationsförderung für MigrantInnen: – Kompetenzen analysieren, erfassen und fördern – Das Kompetenz-Entwicklungs-System (KES)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wurde, wurde ein Beitrag zur berufliche (Re-)Integration von erwachsenen Migrantinnen und Migranten in Deutschland geleistet. Das Projekt wurde von der bag arbeit koordiniert und in einer Projektgemeinschaft mit ProBeruf e.V. und der WF-GVA, Gesellschaft für Vermittlung in Arbeit, durchgeführt.

Ziel des Projektes war es, ein Instrumentarium zur Kompetenzanalyse und Kompetenzerfassung für Erwachsene zu entwickeln, das in besonderer Weise der Zielgruppe „MigrantInnen“ Rechnung trägt, indem es

  • bei der Analyse von Kompetenzen sozio-kulturelle Besonderheiten berücksichtigt
  • Kompetenzen im Prozess der Arbeit erfasst
  • Qualifikationen und Kompetenzen erfasst, die außerhalb des deutschen Bezugsrahmens und in Deutschland bekannter formalisierter Bildungswege erworben worden sind
  • auch die Kompetenzen von so genannten „un- und angelernten Personen“ sichtbar werden lässt
  • Kompetenzen bilanziert und dabei unterstützt, Empfehlungen zu erarbeiten, wie der weitere arbeitsweltbezogene Kompetenzerwerb gezielt zu gestalten und zu entwickeln ist.

Den Praxis- und Bezugsrahmen im Projekt lieferten Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen (und KMU) und die in diesen Unternehmen beschäftigten Migrantinnen und Migranten selbst.

Kernpunkt des Projektes zur Erfassung, Entwicklung und Dokumentation von Kompetenzen war der betriebliche Praxisbezug und die direkte Verknüpfung der Entwicklungs- und Erprobungsphase mit den Arbeitsprozessen in Unternehmen. Das im Projekt gewählte Vorgehen war darauf ausgerichtet

  • ein gezielt auf betriebliche Realitäten und Praxiserfordernisse zugeschnittenes Instrumentarium zu erarbeiten
  • ein EDV-gestütztes Instrument zu entwickeln, das Kriterien der Praxistauglichkeit sowohl bezogen auf betriebliche Prozesse als auch auf Kriterien der Usability für die Zielgruppe MigrantInnen entspricht (Kompetenz-Entwicklungs-Notebook - KEN).

Bei der Umsetzung des Projektes nahm die Entwicklungs- und Erprobungsarbeit in Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen sowie die ausführliche Testung der entwickelten Instrumentarien in diesen Unternehmen eine Schlüsselstellung ein. Als Kooperationspartner bei der Projektentwicklung waren einbezogen die Werkstatt Frankfurt, das Zentrum Arbeit und Umwelt Gießen, Frauen Arbeit Bildung–Wetterau, die GFFB Frankfurt, das IB-Arbeitsprojekt Köln, die Essener Arbeit Beschäftigungsgesellschaft, die Stuttgarter Arbeit, EVA gGmbH Köln, Gemeinnützige Gesellschaft für Beschäftigungsförderung Duisburg sowie die Zukunftswerkstatt Düsseldorf.

Durch den umfassenden Praxisbezug konnten das Kompetenz-Entwicklungs-System - KES und das Kompetenz-Entwicklungs-Notebook - KEN optimal auf betriebliche Erfordernisse hin entwickelt werden. Durch die kontinuierliche Einbeziehung beschäftigter MigrantInnen selbst im Rahmen des Entwicklungs- und Validierungsprozesses war gewährleistet, dass auch subjektive Perspektiven und kulturelle Differenzierungen/Besonderheiten angemessen berücksichtigt wurden.

Mit KES und KEN wurden die Interessen und Bedarfe unterschiedlicher Zielgruppen aufgegriffen. Unterstützt werden

  • die MigrantInnen selbst: Wer die eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen (er)kennt, kann diese einsetzen und potenziellen Arbeitgebern anbieten
  • AnsprechpartnerInnen, die MigrantInnen bei der beruflichen Integration begleiten (z.B. FallmanagerInnen in Job-Centern)
  • Klein- und Mittelbetriebe bei der Einstellung von MigrantInnen
  • die Beschäftigungsgesellschaften im Qualifizierungsprozess von MigrantInnen
  • die Interaktion zwischen Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen (als Personaldienstleister) und Arbeitgebern der allgemeinen Wirtschaft.

Im Verlauf der von August bis Ende Dezember 2007 im Anschluss an das Hauptprojekt durchgeführten Transferphase (auch diese wieder aus ESF-Mitteln und gefördert durch das BMAS) wurden die im Hauptprojekt erarbeiteten Instrumente in der Nutzung nachhaltig abgesichert, KES und KEN InteressentInnen vorgestellt und der Transfer auf regionaler und bundesweiter Ebene befördert.

Auch in der Transferphase nahmen die Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen als Kooperationspartner eine zentrale Rolle ein – diese Unternehmen haben die Entwicklung, Testung und Revision von Instrumentarien und von KEN mitgestaltet, hier liegen die Praxiserfahrungen zum Einsatz dieser Instrumente. In der Transferphase haben die Kooperationspartner diese Erfahrungen und Kenntnisse gezielt eingebracht, um insbesondere auf regionaler Ebene potenziellen Nutzer/innen KES und KEN vorzustellen und dabei ggf. auch über Ansätze eines vernetzten Einsatzes von KES und KEN zu diskutieren.

Neben diesem Transfer nach außen umfasste die Transferphase aber auch die Implementierung nach innen; die im Hauptprojekt entwickelten Instrumente - insbesondere das Tool KEN - wurden in dieser Phase auf Unternehmensebene umfassend verankert. Die Erfahrungen aus diesen unternehmensbezogenen Implementierungsprozessen können nun an andere interessierte Nutzer/innen von KEN weitergegeben werden und liefern viele Hinweise darauf, wie ein kompetenzorientierter und teilnehmerzentrierter Ansatz praktisch im Unternehmen umgesetzt werden können.

Schließlich haben wir in der Transferphase auch ein modulares Konzept zusammengestellen, dass bestmöglich dabei unterstützen soll, in den eigenen Unternehmen bzw. Aktivitätsfeldern systematisch kompetenzorientiert mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu arbeiten, und dies insbesondere mit kultursensiblen Ansätzen.

Kontakt
Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeit e.V. (bag arbeit e.V.)
Brunnenstraße 181
10119 Berlin
Tel. (030) 28 30 58 23
Fax (030) 28 30 58 20
Ansprechpartnerin bei der bag arbeit
Anne Röhrig
roehrig@bagarbeit.de

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:
www.bagkes.de

Präsentation des Projekts KES

 
 
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letzte Änderung: 08.09.2010