KSK - Kooperation statt Konkurenz

Ein Projekt zur Erhöhung der Effektivität produktiver Arbeitsförderung durch Unterstützung zielgenauer Kooperation zwischen Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen und der Wirtschaft

Laufzeit: 2002-2004

Das Projekt bezog sich in seinen Zielsetzungen und Aktionsvorhaben mit gleicher Schwerpunktsetzung auf die alten und die neuen Bundesländer. Dabei standen die gemeinsamen Probleme im Vordergrund, zugleich wurden aber auch die jeweiligen Besonderheiten und Bedarfe berücksichtigt (Ziel 1 bzw. Ziel 3). Nicht zuletzt ging es darum, einen aktiven Austausch von Erfahrungen in beide Richtungen zu organisieren und Wege zu erschließen, Lernprozesse zwischen den Akteuren für alle Regionen produktiv zu gestalten.

Drei Zielaspekte:

1. Effektivität und Effizienz der Arbeitsförderung müssen erhöht werden
Im Interesse einer Weiterentwicklung aktivierender Arbeitsmarktpolitik müssen Effektivitätshemmnisse in der Arbeitsförderung überwunden werden. TeilnehmerInnen solcher Vorhaben, aber auch Beitrags- und Steuerzahler haben einen Anspruch auf eine die wirtschaftliche Entwicklung positiv flankierende Arbeitsmarktpolitik sowie auf einen effizienten Mitteleinsatz.

2. Konsequente Wirtschaftsnähe ist notwendig, sinnvoll und machbar
Kooperation statt Konkurrenz – dieses Gebot ist unter verschiedensten Sichtweisen dringend umzusetzen: es nutzt den Betroffenen, weil es ihre Integrationschancen erhöht, es nutzt der (regionalen) Wirtschaft, weil gemeinsame Projekte zu beiderseitigem Vorteil zustande kommen, es nutzt den arbeitsmarktlichen Akteuren, weil nur im gesellschaftlichen Konsens arbeitsmarktpolitische Programme aufrechterhalten, weiterentwickelt und etabliert und umgesetzt werden können.

3. Professionalität der arbeitsmarktpolitischen Dienstleister ist Voraussetzung
Die Kooperation mit der Wirtschaft erfordert und bedingt für Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen eine neue Qualitätsstufe der Arbeit. Wichtig sind dazu Entwicklung und Etablierung veränderter Rahmenbedingungen, die innovative Erprobung neuer Instrumente ebenso wie ein systematischer Ausbau der Kommunikationsstrukturen mit den Arbeitgebern und ihren Organisationen auf allen Ebenen.

Schwerpunktsetzung
Das Projekt setzte die Schwerpunkte in vier Modulen, die in unterschiedlicher Weise die oben genannten Ziele verfolgten.

Modul 1 - Entwicklung wirtschaftsnaher Instrumente
Modul 2 - Callcentergestützte Verbleibsevaluation
Modul 3 - Datenbank der arbeitsmarktpolitischen Infrastruktur
Modul 4 - Qualitätsmanagement in arbeitsmarktpolitisch tätigen Unternehmen

1. Entwicklung wirtschaftsnaher Instrumente
Gegenstand

Mit dem Modul wurden Wege, Verfahren und Instrumente entwickelt, umgesetzt, evaluiert und transferiert, die neue Anknüpfungspunkte zwischen Arbeitsuchenden und Arbeitgebern ermöglichten. Im Vordergrund stand die Entwicklung von Instrumenten zur Begleitung des Erwerbs von Arbeitserfahrung in Kooperationsverbünden zwischen regulären Unternehmen und arbeitsmarktpolitischen Dienstleistern.

Leistungsumfang und Arbeitsweise

Die systematische Entwicklung, Erprobung und praktische Prüfung solcher Instrumente und Vorgehensweisen erfolgte unter der Variablen „Region“ in verschiedenen Regionen mit erkennbar unterschiedlicher Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur. Hierfür wurden regional bewährte arbeitsmarktpolitische Dienstleister als umsetzende Kooperationspartner mit festgelegtem Aufgaben- und Verantwortungsbereich eingebunden.

Die in den beteiligten zunächst vier Regionen verantwortlichen Kooperationspartner waren LOWTEC gGmbH (Berlin) und Neue Arbeit Thüringen - im Rahmen von Ziel 1 - sowie HAB (Hamburg) und gab Lübeck (Schleswig-Holstein) – im Rahmen von Ziel 3.

2. Callcentergestützte Verbleibsevaluation
Gegenstand

Die Datenlage über den Verbleib von TeilnehmerInnen nach Beendigung aktiver Fördermaßnahmen ist völlig unbefriedigend. Informationen über den weiteren Werdegang dieser Menschen sind jedoch unabdingbar zur Erfolgskontrolle einzelner Instrumente und der „Feinsteuerung“ ihres Einsatzes. Größere Transparenz für alle Akteure ist zwingend erforderlich. Mit der callcentergestützten Verbleibanalyse wurden teilnehmerrelevante Daten erfaßt und nach vielerlei Gesichtspunkten intensiv ausgewertet.

Leistungsumfang und Arbeitsweise

Das Modul wurde in enger Kooperation mit umsetzenden Akteuren in sechs Regionen (eine Ost-/West-, eine Stadt-/Land- und eine strukturstarke/strukturschwache Regionendifferenzierung) durchgeführt. Die Arbeit verstand sich als Beitrag einer zu etablierenden Verbleibsforschung in Deutschland:

3. Datenbank der arbeitsmarktpolitischen Infrastruktur
Gegenstand

Die Informationen über die Infrastruktur arbeitsmarktpolitisch tätiger Unternehmen ist lückenhaft. Dieser Zustand behindert Evaluation, Controlling und in erster Linie Kooperation – Kooperation untereinander und vor allem in Hinblick auf die Wirtschaft.

Eine Datenbank macht die entstandene Infrastruktur von Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen in Deutschland transparent und trägt zu ihrer weiteren Entwicklung und Ausdifferenzierung bei.

4. Qualitätsmanagement in arbeitsmarktpolitisch tätigen Unternehmen
Gegenstand

In der Zusammenarbeit von arbeitsmarktlichen Dienstleistern mit der regulären Wirtschaft sind gleichbleibende Qualitätsstandards, Verläßlichkeit, Kundenorientierung und Effektivierung unabdingbar. Gleiches gilt aber auch in der Beziehung zu den Arbeitsuchenden. Wollen arbeitsmarktpolitische Dienstleister zunehmend die Scharnierfunktion zwischen Arbeitsuchenden und Arbeitgebern kompetent ausfüllen, sind interne QM-Prozesse Voraussetzung. Dieses Modul entwickelte ein verläßliches Qualitätsverhalten in den Austauschbeziehungen zwischen Wirtschaftsunternehmen und arbeitsmarktlichen Dienstleistern.

Leistungsumfang und Arbeitsweise

Das im Modul entwickelte überbetriebliche QM-Handbuch bietet die Basis für die Einführung von QM-Systemen in arbeitsmarktpolitisch tätigen Unternehmen. Mit Unterstützung externer QM-Experten wurde im Rahmen des Moduls der breite Transfer befördert:

Qualifizierung von Unternehmen (vier in den alten und neuen Bundesländern) und Praxiseinsatz, dabei Weiterentwicklung und Verifizierung der Werkzeuge

Die Partner waren AFW - Gemeinnütziges Arbeitsförderungs- und Fortbildungswerk GmbH Rostock, ABS Wartburgland Eisenach, Neue Arbeit Thüringen (Ziel 1) sowie beQua Flensburg, Verband Bremer Beschäftigungsträger e.V., anderwerk München und gab Lübeck (Ziel 3)

Ansprechpartnerin bei der bag arbeit:
Anne Röhrig
Tel. 030 / 28 30 58 23
E-Mail: roehrig@bagarbeit.de

Kontakt
Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeit e.V. (bag arbeit e.V.)
Brunnenstraße 181
10119 Berlin
Tel. (030) 28 30 58 23
Fax (030) 28 30 58 20
Ansprechpartnerin bei der bag arbeit
Anne Röhrig
roehrig@bagarbeit.de

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:
www.bagksk.de

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letzte Änderung: 09.09.2010