13. Dezember 2017 | Hartz-IV | ögB | Arbeitslosigkeit

Hindernisse auf dem Weg aus Hartz IV

Auf Basis des Panels „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ (PASS) hat das IAB  untersucht, was die größten Hindernisse auf dem Weg heraus aus Hartz IV sind.

Die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland liegt seit Einführung der Grundsicherung im Jahr 2005 stets bei mehr als vier Millionen. Aber es gibt Bewegung, und die überwiegende Mehrheit hat es zumindest zeitweise geschafft, den Leistungsbezug zu verlassen und wieder ein eigenes Auskommen zu finden. Etwa eine Million hat diese Leistung hingegen durchgehend erhalten.

In Ihren Auswertungen  sind  die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf folgende zentrale Arbeitsmarkthemmnisse gestoßen:

  • schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen
  • Langzeitleistungsbezug
  • ein Alter von über 50 Jahren
  • schlechte Deutschkenntnisse
  • fehlende Schul- und Ausbildungsabschlüsse
  • die Pflege von Angehörigen
  • die Betreuung von Kindern unter 18 Jahren, insbesondere aber von Kleinkindern unter drei Jahren. Vor allem Mütter stellt dies bei der Aufnahme einer Arbeit vor Probleme – nicht aber Väter. Hier scheinen nach wie vor traditionelle Geschlechterrollen wirksam zu sein.

Erwartungsgemäß kommen fast alle diese Arbeitsmarkthemmnisse unter Hartz-IV-Empfängern zahlreicher vor als in der übrigen Bevölkerung.
Wie sich diese Hemmnisse auf die Chance auswirken, eine Arbeit aufzunehmen, bei der man genug verdient,
Innerhalb eines Jahres finden 32 Prozent derjenigen, die keines der definierten Hindernisse aufweisen, wieder eine Arbeit bei der man genug verdientund lassen damit den Leistungsbezug hinter sich. Demnach kann grob gesagt werden, dass sich die Chance, den Leistungsbezug zu verlassen, mit jedem weiteren Hemmnis halbiert: Sie liegt bei 18 Prozent für Personen mit einem Hindernis, beträgt acht Prozent bei zwei Hemmnissen und sinkt dann auf vier, zwei und ein Prozent für Personen mit drei bis fünf Arbeitsmarktbarrieren.

Mit dieser Erkenntnis wollten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IAB aber nicht zufriedengeben. Sie haben deshalb auch danach gefragt, wie es Personen, deren Situation am Arbeitsmarkt aufgrund mehrerer Hemmnisse besonders schwierig war, trotzdem geschafft haben, aus Hartz IV herauszukommen.
Ausführlichere Ergebnisse zu diesem Projekt finden Sie hier und im IAB Kurzbericht: Erwerbsbedingte Abgänge aus der Grundsicherung: Der Abbau von Hemmnissen macht’s möglich.

Wir berichteten:
DGB-Vorschläge für eine bessere Arbeitsmarktpolitik | 06. Dezember 2017
Einem von Hundert Langzeitbeziehenden gelingt Integration in Arbeit | 28. November 2017

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