15. Mai 2018 | Qualifizierung | Weiterbildung

Keine Ausbildung — keine Weiterbildung?

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat die Einflussfaktoren auf die Weiterbildungsbeteiligung von An- und Ungelernten untersucht.

Die Analyse des IW untersucht die Einflussfaktoren der Weiterbildungsbeteiligung formal geringqualifizierter Erwerbstätiger. Innerhalb dieser Gruppe ist ein gestiegener Anteil an Einfacharbeit zu beobachten, der  wiederum negativ mit der Weiterbildungswahrscheinlichkeit korreliert ist. Aufbauend auf diesem Befund und abgeleitet aus theoretischen Weiterbildungsmotiven wird der Einfluss von Arbeitsanforderungen, Arbeitsbedingungen und Veränderungen im Arbeitsumfeld auf die individuelle Wahrscheinlichkeit, an einer Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen, empirisch getestet.

Die Studie zeigt, dass die  im  Zeitverlauf  stark  gestiegene  Weiterbildungsbeteiligung  insbesondere  auf  veränderte  Arbeitsanforderungen  und  Veränderungen  im  Arbeitsumfeld  zurückzuführen ist, deren Effekt im Zusammenspiel stark genug ist, den Einfluss des  gestiegenen Anteils an Einfacharbeit zu kompensieren.  Jedoch hinken An- und Ungelernte hinsichtlich ihrer Weiterbildungsbeteiligung insgesamt noch immer dem Niveau der Erwerbstätigen mit einem beruflichen Aus- oder Fortbildungsabschluss oder einem akademischen Abschluss  hinterher. 
Ansatzpunkte, um mehr Geringqualifizierte weiterzubilden, bieten vor allem die zielgerichtete individuelle Förderung sowie der Auf- und Ausbau einer lernförderlichen Arbeitsumgebung, welche die mögliche Scheu vor dem Lernen vermindert und den Nutzen der Weiterbildung direkt sichtbar macht.

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