26. September 2018 | Arbeitsmarkt

Existiert ein verfestigtes Prekariat?

Ein Working Paper der Hans Böckler Stiftung setzt sich mit prekäret Beschäftigung, ihre Gestalt und Bedeutung im Lebenslauf und den Konsequenzen für die Strukturierung sozialer Ungleichheit auseinander.

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels der Erwerbsarbeit in den letzten  Jahrzehnten  sind  die Begriffe  Prekariat und Prekarität Gegenstand  aktueller  Debatten. Für  den  empirischen Beleg eines  Prekariats in Deutschland fehlten  bisher jedoch Längsschnittstudien.
Die Studie der Böckler Stiftung  untersucht unter  Berücksichtigung von Beschäftigungssituation und Haushaltslage, inwieweit sich in Deutschland tatsächlich ein verfestigtes Prekariat herausgebildet hat. Grundlage ist das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) in zwei Zehnjahresperioden von 1993 bis 2012. Das Sample für  die  Studie  umfasst  rund  10.000  befragte  Erwerbspersonen.  Prekäre Beschäftigungsverhältnisse werden über Merkmale der jeweiligen Tätigkeit definiert und indiziert, die Lebenssituation im Haushalt über dessen soziale  Lage. Mit Sequenzclusteranalysen  werden  die  Beschäftigungsverläufe und Haushaltsverläufe  typisiert.
Die  Ergebnisse zeigen, dass  etwa  ein Achtel der deutschen Erwerbsbevölkerung anhaltend prekär beschäftigt ist und unter prekären Umständen lebt.

Wir berichteten:
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen 2017: Ausschöpfung stagniert trotz höherem Budget | 26. September 2018
Stellungnahme - Neue Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose | 21. September 2018

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