08. Oktober 018 | Nachqualifizierung | Geflüchtete

Nachqualifizierung als Strategie vorbeugender Sozialpolitik

Eine Untersuchung des FGW zu Angeboten, Nutzung und Entwicklungsmöglichkeiten der akademischen Nach- und Weiterqualifizierung zugewanderter AkademikerInnen.

Viele  MigrantInnen  verfügen  über  im  Herkunftsland  erworbene  akademische  Abschlüsse,  können
diese  auf  dem  deutschen  Arbeitsmarkt  aber  nicht  adäquat  verwerten. 
Die  Studie des Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung e.V (FGW) bietet einen Überblick über existierende Programme zur Nach-  und Weiterqualifizierung. Untersucht werden die Eigenheiten und strukturellen Bedingungen entsprechender Angebote, vor  allem die gravierenden Probleme der Teilnehmenden bei der Finanzierung des Lebensunterhalts.

Bisher existieren an deutschen Hochschulen nur wenige Programme der Nach-  und Weiterqualifizierung für zugewanderte AkademikerInnen. Die Projektergebnisse belegen, dass die vorhandenen Programme für die Teilnehmenden Chancen in Bezug auf eine verbesserte Arbeitsmarktintegration bieten. Die Programme reichen jedoch quantitativ nicht aus und sind zudem mit strukturellen Problemen behaftet. So sind sie regional verstreut und überwiegend temporärer Natur, so dass keine Nachhaltigkeit gewährleistet ist.
Angesichts der demographischen Entwicklung sind ein Ausbau und eine Verstetigung von zielgruppenspezifischen Qualifizierungsangeboten vonnöten. Dies setzt ein stärkeres inhaltliches Engagement der Bildungsinstitutionen und eine finanzielle Unterstützung der Länder voraus.
Als gravierendes Problem erweist sich die Finanzierbarkeit des Lebensunterhalts während einer  Programmteilnahme.  Priorität  sollte  eine  Reform  des  BAföG  haben,  die  den  Lebens-  und Bildungswegen von Zugewanderten besser Rechnung  trägt. Stiftungen und die Programme des Deutschlandstipendiums sollten ihre Zugangskriterien überprüfen und eine bewusste Öffnung für die Zielgruppe vornehmen.

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