07. Mai 2019

6,2 Millionen haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben

Der Anteil Erwachsener in Deutschland, die nicht richtig lesen und schreiben können, hat sich in den vergangenen acht Jahren um fast ein Fünftel verringert.

Das zeigt die neue Grundbildungsstudie "LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität" der Universität Hamburg. . Danach gibt es in Deutschland noch rund 6,2 Millionen Erwachsene, deren Lese- und Schreibkompetenzen für eine volle berufliche, gesellschaftliche und politische Teilhabe nicht ausreichen. 2011 waren es noch 7,5 Millionen, also etwa 1,3 Millionen mehr.

Auch bei der Gruppe Erwachsener, die nicht mehr als funktionale Analphabeten gelten, sondern zusammenhängende Texte verstehen, aber dennoch nicht gut lesen und nur sehr fehlerhaft schreiben können, gab es einen beachtlichen Fortschritt. Hier verringerte sich die Anzahl von vormals 13,4 Millionen auf nun 10,6 Millionen Menschen. Die Enttabuisierung des Themas sowie die Bereitstellung von geeigneten und attraktiven Selbstlernangeboten haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Die neue LEO-Studie gibt auch Aufschluss darüber, wie Lernangebote gestaltet und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten werden können. So wird Lesen und Schreiben beispielweise anhand von praktischen Situationen aus dem Alltag wie dem Ausfüllen von Formularen beim Arzt oder bei der Krankenversicherung geübt. Das verleiht zugleich mehr Sicherheit in Gesundheitsfragen. Auch liefert die LEO-Studie wertvolle Informationen darüber, wie die Menschen angesprochen und an welchen Orten sie angetroffen werden können. Facebook und Instagram werden von ihnen im Alltag überdurchschnittlich und regelmäßig genutzt. Solche Medien können daher auch genutzt werden, um der Zielgruppe Lernmöglichkeiten zu eröffnen.

Wir berichteten:
Berufsbildungsberichts 2019 | 16. April 2019
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