13. Februar 2013 | Standpunkt

Das KrWG war kein großer Wurf

Einstieg in ein Stoffrecht und nachhaltige Stärkung des Recycling wurde nicht genutzt — Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) enttäuscht über die Entwicklung

Die publizierten 60 Prozent und mehr an Recyclingrate aus Siedlungsabfall verzerrten die Tatsache, dass dies lediglich die zum Recycling bereit gestellte Menge ist, wovon nicht einmal die Hälfte tatsächlich als Sekundärrohstoffe in die Produktion fließt, heißt es auf www.umweltruf.de.

Der Focus auf Massenabfälle, wie Biomüll, Altpapier oder Altglas, verstelle den Blick auf das im niedrigen einstelligen Prozentbereich verharrende Recycling von strategisch wichtigen Nichteisenmetallen oder seltenen Erden.

Eine stoffbezogene Recyclingquote könnte gerade dem Recycling dieser Stoffe einen Schub erteilen. Die Überkapazitäten in den Verbrennungsanlagen führten zu nicht kostendeckenden Annahmepreisen - oft im niedrigen zweistelligen Eurobereich pro Tonne, was zur Folge habe, dass Sortieranlagen schließen, da sich das Recycling nicht mehr lohne. Der Aufbau weiterer Verbrennungskapazitäten in Europa mit verlorenen Zuschüssen aus Europa wird von der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) kritisch bewertet.

An einer Akzeptanzerhöhung bei der Bevölkerung, der Verwaltung und der Politik für Abfallimporte sei nach Ansicht des DGAW-Präsidenten zu arbeiten. Auch an Finanzierungsmodellen zur Anlagenschließung sei zu denken. Recycling sei kein positiver Wert an sich. Das Recycling müsse umweltverträglich sein und Sekundärrohstoffe generieren, damit tatsächlich die begrenzt vorhandenen Ressourcen geschont würden.

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