Jahrestagung 2014: Zurück in den Arbeitsmarkt: Was hilft wem?

Dokumentation der Jahrestagung 2014

Datum:
11. November 2014

Tagungsort:
Berlin

Teilnehmerzahl:
180 Personen

Ein nicht unerheblicher Teil der Arbeitslosigkeit in Deutschland ist darauf zurückzuführen, dass Arbeitssuchende und offene Stellen nicht zusammenpassen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Sie können individueller, beruflicher, sektoraler und regionaler Natur sein.

Insbesondere die trotz guter Konjunktur stagnierend hohe Zahl langzeitarbeitsloser Menschen verdeutlicht, dass Politik hier noch keine geeigneten Lösungen gefunden hat. Zur Jahresmitte 2014 waren 1,06 Millionen Arbeitslose registriert, die schon länger als ein Jahr keine Beschäftigung mehr hatten. Und nicht einmal jeder Zehnte der insgesamt 1,06 Millionen Langzeitarbeitslosen nahm 2013 an einer beschäftigungsfördernden Maßnahme teil. Die in den letzten vier Jahren vollzogene ersatzlose Reduktion der Arbeitsgelegenheiten oder der sogenannten Bürgerarbeit von 350.000 auf 136.000 Plätze verschärft das Problem.

Zurück in den Arbeitsmarkt – was hilft wem? Warum fällt es Politik und Behörden so schwer geeignete Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote zu entwickeln? Braucht es eine neue Weiterbildungsoffensive – wie jüngst von Wissenschaftlern gefordert? Welche Angebote macht man jenen Menschen, die realistischer Weise nur noch geringe Chance auf eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt haben? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unsere diesjährige Jahrestagung.

Zu Beginn der Tagung setzte sich Prof. Karin Kurz vom Institut für Soziologie der Georg-August-Universität Göttingen aus wissenschaftlicher Perspektive mit Bildungsarmut und Ausbildungslosigkeit auseinander.

Den berühmten Blick über den Tellerrand wagte Prof. Dr. Matthias Knuth vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, in dem er klärte, was wir von arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Aktivierungskonzepten in Europa lernen können.

Im zweiten Teil der Tagung fokussierte Dr. Peter Kupka vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf die Wirksamkeit konkreter arbeitsmarktpolitischer Instrumente.

Detlef Scheele, Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg, beschäftigte sich aus SPD-Sicht mit den Fragen sozialer Arbeitsmarkt, Passiv-Aktiv-Transfer und dem Kriterium der Zusätzlichkeit.

Vor der abschließenden Podiumsdiskussion machte Hans-Peter Eich, Vorstandsvorsitzender der bag arbeit, auf die derzeit wichtigsten Probleme aufmerksam und präsentierte Lösungsvorschläge unseres Verbandes. Auf der Grundlage dieses Statements diskutierten Dr. Wilhelm Adamy (DGB), Hans-Peter Eich (bag arbeit), Thomas Friedrich (BA), Dr. Rose Langer (BMAS), Christina Ramb (BDA) und Prof. Dr. Stefan Sell (Hochschule Koblenz).

zurück
English