Jahrestagung 2013: Anforderungen an einen sozialen und integrativen Arbeitsmarkt

Mit der hohen und anhaltenden Langzeitarbeitslosigkeit darf sich Politik nicht abfinden, dies war das Fazit unserer Jahrestagung am 2. September 2013 in Berlin.

Datum:
2. September 2013

Tagungsort:
Berlin

Teilnehmerzahl:
200 Personen

Arbeitsmarktpolitik müsse einen neuen Auftrag zur Überwindung der Langzeitarbeitslosigkeit erhalten, betonten die Wissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Bosch und Prof. Dr. Klaus Dörre in ihren Eingangsstatements. Abschlussorientierte Weiterbildung und Beschäftigung müssten enger verzahnt werden, denn nach wie vor seien Geringqualifizierte weiterhin weit überdurchschnittlich arbeitslos. Er halte die Umorientierung von train-first auf work-first mit den sogenannten Hartz-Gesetzen und den hohen Anteil an kurzfristigen Fast-Food Maßnahmen für den falschen Weg. Hier der Foliensatz seines Referats.

Seine Studie "Bewährungsproben für die Unterschicht" zu den sozialen Folgen aktivierender Arbeitsmarktpolitik stellte Prof. Klaus Dörre vor. Dörre und sein Team untersuchten die Auswirkungen von Langzeitarbeitslosigkeit auf die einzelnen Menschen und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen. Entgegen landläufiger Auffassungen sei die große Mehrzahl der erwerbslosen und prekär beschäftigten Leistungsbezieher/innen von sich aus aktiv bestrebt, aus dem Leistungsbezug herauszukommen. Zum Weiterlesen die Präsentation von Prof. Dr. Klaus Dörre.

Außerdem referierte Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, zur Weiterentwicklung der Grundsicherung. Markus Keller vom Deutschen Landkreistag stellte mit bewährt realistischer Sicht die kommunalen Anforderungen an eine soziale und integrative Arbeitsmarktpolitik dar.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Hans-Peter Eich, Vorstandsvorsitzender bag arbeit, Markus Keller, Deutscher Landkreistag, Dr. Rose Langer, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Brigitte Pothmer, Bündnis 90 / Die Grünen, Karl Schiewerling, CDU/CSU, Uta Stitz, SPD, Johannes Vogel, FDP-Fraktion, Sabine Zimmermann, Die Linke, teilnahmen, wurden die Anforderungen an einen sozialen und integrativen Arbeitsmarkt teils emotional diskutiert. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, welche Rolle öffentlich geförderte Beschäftigung bei der Integration arbeitsloser Menschen und der Entfaltung regionaler Wertschöpfungspotenziale spielen kann.

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