Der Paritätische Gesamtverband warnt in seinem aktuellen Armutsbericht vor einer weiteren Verschärfung der sozialen Spaltung in Deutschland. Dem Bericht zufolge leben inzwischen 13,3 Millionen Menschen in Armut. Die Armutsquote ist auf 16,1 Prozent gestiegen und erreicht damit den höchsten Stand der vergangenen Jahre.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, Alleinerziehende und Alleinlebende. Fast jede fünfte Person über 65 Jahre lebt inzwischen in Armut. Auch die regionalen Unterschiede nehmen weiter zu: Während einige Bundesländer vergleichsweise niedrige Armutsquoten aufweisen, sind andere Regionen deutlich stärker betroffen.
Der Bericht macht zudem deutlich, dass sich Armut nicht allein in niedrigen Einkommen zeigt. Millionen Menschen können unerwartete Ausgaben nicht bewältigen, müssen beim Heizen sparen oder verzichten auf gesellschaftliche Teilhabe. Rund 4,6 Millionen Menschen leben nach Angaben des Paritätischen in erheblicher materieller Entbehrung.
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine Stärkung der sozialen Sicherungssysteme und warnt vor weiteren Kürzungen im Sozialbereich. Statt Sozialleistungen abzubauen, seien gezielte Maßnahmen gegen Armut, bezahlbarer Wohnraum und eine verlässliche soziale Infrastruktur erforderlich, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.