Bewertungskommission fordert Rücknahme des Zulassungsstopps

Die Bewertungskommission für Integrationskurse fordert, den aktuellen Zulassungsstopp auszusetzen, und warnt vor spürbaren Folgen für Teilnehmende und Träger. In ihrem mehrheitlichen Beschluss macht sie deutlich, dass die Maßnahme gewachsene Strukturen gefährdet und laufende Integrationsprozesse ausbremst.

Bereits im Vorfeld hatte die Kommission in einem Thesenpapier vor tiefgreifenden und kaum umkehrbaren Schäden für das Integrationskurssystem gewarnt. Darin unterstreicht sie die zentrale Rolle der Kurse für gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum Arbeitsmarkt und betont, dass auch freiwillige Teilnahme weiterhin ermöglicht werden müsse.

Die geplanten Änderungen bewertet das Gremium als gravierenden Einschnitt mit weitreichenden Konsequenzen für Teilnehmende, Träger, Lehrkräfte und die gesamte Integrationsinfrastruktur. Insbesondere beim Spracherwerb weist die Kommission vereinfachte Annahmen zurück. Sprachlernen im beruflichen Kontext sei zwar sinnvoll, erfordere jedoch eine fachliche Begleitung. Rein digitales, selbstgesteuertes Lernen ohne pädagogische Unterstützung sei für die meisten Lernenden nicht ausreichend.

Insgesamt sieht die Kommission die Wirksamkeit eines zentralen Instruments der Integrationspolitik gefährdet. Einschränkungen beim Zugang könnten sowohl individuelle Bildungswege als auch die gesellschaftliche Teilhabe langfristig beeinträchtigen.

Auch die bag arbeit teilt diese Einschätzung. Sie bewertet den Zulassungsstopp als falschen Schritt und warnt vor erheblichen negativen Auswirkungen auf Integration und Arbeitsmarktchancen.

Weitere Informationen:

Thesenpapier der 42. Bewertungskomission 19./20. März 2026

VHS –Bewertungskommission: Zulassungsstopp aussetzen! 01. April 2026

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