Nachhaltige Übergänge aus dem SGB II: Beruf und Erfahrung entscheidend

Die Frage, ob Übergänge aus dem SGB-II-Leistungsbezug in Beschäftigung nachhaltig sind, gehört zu den zentralen Themen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob eine Beschäftigung aufgenommen wird, sondern ob sie über kurze Episoden hinaus Bestand hat und den Leistungsbezug tatsächlich reduziert oder beendet. Der IAB-Forschungsbericht 4/2026 setzt genau hier an: Er untersucht Übergänge aus Erwerbslosigkeit im SGB-II-Bezug in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und analysiert deren Nachhaltigkeit. Der Bericht fragt, welche Berufe von erwerbslosen Grundsicherungsbeziehenden aufgenommen werden, wie stabil diese Beschäftigungen sind und welchen Beitrag bereits vorhandene Berufserfahrung zur Beschäftigungsstabilität leistet.

Zentrale Ergebnisse

2018 wurden rund 890.000 Übergänge aus dem SGB-II-Bezug in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnet. Trotz hoher Übergangszahlen bleibt die Nachhaltigkeit begrenzt: Nur etwa ein Drittel verlässt den Leistungsbezug längerfristig, und viele Beschäftigungen enden innerhalb eines Jahres.

Die Übergänge konzentrieren sich stark auf wenige, meist niedrigschwellige Berufe (insb. Logistik, Reinigung, Verkauf), die jedoch häufig durch geringe Stabilität und niedrigere Entgelte gekennzeichnet sind. Entsprechend zeigen sich deutliche Unterschiede in der Beschäftigungsdauer je nach Beruf.

Zudem erweist sich einschlägige Berufserfahrung als zentraler Faktor: Sie erhöht sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Berufseinstiegs als auch die Dauer der Beschäftigung signifikant, wobei der zusätzliche Effekt mit wachsender Erfahrung abnimmt.

Nachhaltige Übergänge aus dem SGB II: Beruf und Erfahrung entscheidend

Fazit

Die Ergebnisse zeigen, dass nachhaltige Übergänge aus dem SGB-II-Leistungsbezug stark von der beruflichen Struktur der aufgenommenen Beschäftigung abhängen. Zwar gelingt die Integration in Arbeit häufig, sie erfolgt jedoch überwiegend in Berufen mit niedrigen Zugangshürden, die zugleich durch geringere Stabilität gekennzeichnet sind.

Einschlägige Berufserfahrung erweist sich dabei als zentraler Faktor für nachhaltigere Erwerbsverläufe, da sie sowohl den Einstieg erleichtert als auch die Beschäftigungsdauer verlängert. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass eine ausschließliche Orientierung an bisherigen Tätigkeiten nicht ausreicht.

Für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration ist vielmehr eine Kombination aus passender beruflicher Anschlussfähigkeit, gezielter Weiterqualifizierung und stabilen Beschäftigungsbedingungen erforderlich.

Weitere Informationen

Braunschweig, Luisa, Kerstin Bruckmeier, Mara Buhmann, Katrin Hohmeyer & Duncan Roth (2026): Beschäftigungsaufnahmen aus dem SGB-II-Leistungsbezug und ihre Nachhaltigkeit: Qualifikation und Berufserfahrung zahlen sich aus. (IAB-Forschungsbericht 04/2026), Nürnberg, 25 S.

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