Der Übergangssektor soll jungen Menschen den Weg in Ausbildung oder Studium ebnen, wenn ihnen der direkte Einstieg nach der Schule nicht gelingt. Doch die Ergebnisse bleiben hinter den Erwartungen zurück: Nur etwa zwei Dritteln der Jugendlichen gelingt innerhalb von drei Jahren der Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung.
Eine gemeinsame Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung und der Deutsche Kinder- und Jugendstiftung untersucht die Situation im Übergangssektor aus drei Perspektiven: der von jungen Menschen, Fachkräften und Leitungskräften. Die Studie zeigt deutlich, dass das bestehende System stärker auf individuelle Bedarfe ausgerichtet werden muss. Statt formale Abschlüsse in den Mittelpunkt zu stellen, sollte der erfolgreiche Übergang in Ausbildung und Beruf das zentrale Ziel sein.
Junge Menschen wünschen sich vor allem eine frühzeitige und praxisnahe Berufsorientierung, Unterstützung bei Bewerbungen sowie verlässliche Ansprechpersonen, die sie kontinuierlich begleiten.
Fachkräfte sehen die Notwendigkeit stabilerer Rahmenbedingungen. Sie benötigen mehr Zeit für die direkte Arbeit mit jungen Menschen und weniger bürokratischen Aufwand, um ihre Unterstützung wirksam gestalten zu können.
Leitungskräfte betonen die Bedeutung einer klaren Steuerung des Systems, einer langfristig gesicherten Finanzierung sowie einer besseren Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen.
Die Studie macht deutlich, dass sich nicht nur die Angebote für junge Menschen, sondern auch die Strukturen des Unterstützungssystems weiterentwickeln müssen. Gefragt sind flexible Förderangebote, die sich an den individuellen Voraussetzungen und Lebenslagen der Jugendlichen orientieren. Dazu gehören Erprobungsräume ohne Leistungsdruck, psychosoziale Unterstützung sowie eine stärkere Einbindung von Betrieben in den Übergangsprozess.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass erfolgreiche Übergänge nicht allein von den jungen Menschen abhängen. Sie erfordern ein Unterstützungssystem, das Orientierung bietet, Entwicklung ermöglicht und genügend Spielraum für individuelle Wege in Ausbildung und Beruf schafft

